Monatsarchiv für Februar 2010

Was ist eigentlich ein „Download“ oder: Internet – Deutsch; Deutsch – Internet

Ich hätte es mir ja denken können. Irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem mein „Patenkind“ mir gegenüber saß, die Stirn leicht gerunzelt, und mich fragte: „Das ist ja alles gut und schön mit dem Computer und dem Internet. Aber: Was ist eigentlich ein „Download“?
Die ungewohnte, neue Technik ist nur EIN Hindernis auf dem Weg ins weltweite Netz. Ein ganz anderes ist das Fachchinesisch, besser gesagt. Diese unsägliche denglische Mischung aus pseudo-englischem Fachkauderwelsch und hippem insider – Innenseiter? – Wissen vorgaukelnden Verhudellungen sowohl der deutschen als auch der englischen Hochsprache. Oder wie würde man sonst sagen zu: „Mail mir ‘mal die Bilder?“
Kurz: Ein „Fach“-Wörterbuch musste her, und zwar schnell, wollte ich unsere Erfolge der ersten Wochen nicht allzuschnell geopfert sehen auf dem Altar einer unnötigen Anglomanie.

Wir setzten uns also hin und sammelten erst einmal:
E-Mail: Klar, ein elektronischer Brief.
Mailen: Schon schwieriger.„Verschicken eines elektronischen Briefes“ ist zwar korrekt, aber viel zu lang, also: „Posten“ wäre das deutsche wörtliche Gegenstück, versteht aber keiner. Aber warum nicht einfach „schicken“?!
Download: „Herunterlad“, na gut: „Herunterladung“, aber bitte nicht
downloaden: Da denke ich gleich an „Daun-Loden“, also einen doppelt warmen Mantel.
Browser („Brauser“): Nee, nix Dusche, eher ein „Äser“, oder um im Jargon zu bleiben: Das Brett, auf dem Du durchs wordwideweb surfst.

Aber es geht noch besser.
Screenshot: Bildschirmfoto. Jetzt kommt’s. Und was bitteschön ist
screenshotten: Vielleicht auch „Skrienschotten“, ein seltener Stamm im Norden Englands, vergleichbar den Angelsachsen??

Hilfe! Wehe, wenn man einmal damit anfängt! Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Wem sind nicht schon Ausdrücke begegnet, die einem irgendwie „Spanisch“ vorkommen?!